06.04.2019, von Jonas Wiesner (Team DÖB BR 500 West) / Julian Goodwin

Von Stäben und Kabeln – Großübung der Fachgruppen Führung/Kommunikation in Ahrweiler

Ahrweiler, 7. April 2019. Durch das beschauliche Städtchen an der Ahr rollten am Freitag blaue und weiße Fahrzeuge von insgesamt 12 Fachgruppen Führung/Kommunikation des Technischen Hilfswerks (THW). An der dortigen Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz fand an diesem Wochenende eine Großübung statt. Auch die Wuppertaler Fachgruppe war bei der 24-Stunden Übung mit dabei.

Das von der Übungsleitung eingespielte Szenario sah ein massives Unwetter in der Stadt Wuppertal vor. Das Szenario wurde in Anlehnung an das Starkregenereignis, das am 29. Mai 2018 die Wuppertaler Einsatzkräfte in Atem hielt, ausgearbeitet. Umgestürzte Bäume, Hochwasserlagen, blockierte Straßen oder Unterbrechungen in der Energieversorgung galt es zu bewältigen. Die Aufgaben für die Fachgruppen Führung/Kommunikation war die Errichtung von Führungsstellen, die Zuweisung von Einheiten zu den Einsatzstellen und die Kommunikation sicherzustellen. Da es sich um eine Stabsrahmenübung handelte, wurden die Einheiten nur auf dem Papier geführt. Die Übungsleitung simulierte andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben als Anforderer und ließ immer wieder herausfordernde und überraschende Situationen in die Übung einfließen.

Die Einsatzkräfte der Fachgruppen bildeten zunächst ein Einsatzabschnittsleitung mit einem vollbesetzten Stab. Die fünf Sachgebietsleiter (S1 Personal/Innerer Dienst/Psychosoziale Unterstützung, S2 Lage, S3 Einsatz, S4 Logistik und S6 Telekommunikation) nahmen ihre Arbeit auf und verschafften sich einen ersten Überblick über die Lage. Um die vielen verschiedenen Einsatzstellen abzuarbeiten wurden zwei Untereinsatzabschnittsleitungen an anderen Örtlichkeiten im Stadtgebiet errichtet. Um den Überblick in großen Schadenslagen zu behalten ist eine gute und zuverlässige Kommunikation unabdingbar. Die Fernmeldetrupps der Fachgruppen begannen noch am Freitagabend und über die Nacht hinaus damit Kabel zu verlegen, um den Austausch von Informationen zwischen den Führungsstellen sicherzustellen. Die Trupps legten insgesamt über 6 Kilometer Kabel durch Ahrweiler und stellten die Verbindung zwischen den drei Führungsstellen und der Übungsleitung sicher. Dabei mussten im Feldkabelbau zahlreiche Straßen, Flüsse und andere Hindernisse überwunden werden.

Die Helferinnen und Helfer aus den Fachgruppen teilten sich in einzelne Schichten auf, um während der 24 Stunden Übung eine durchgehende Besetzung der Stäbe gewährleisten zu können. An der Großübung waren gut 175 Einsatzkräfte aus dem gesamten Landesverband NRW des THW beteiligt. Eine gute und wichtige Gelegenheit für die Einsatzkräfte ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Als Unterstützung für die Durchführung waren Teileinheiten aus dem Bereitstellungsraum 500 West vor Ort. Der Verpflegungstrupp der Fachgruppe Logistik aus Herne sorgte für das hervorragende leibliche Wohl, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Die Stelle Belegung wurde durch den Zugtrupp aus Stollberg gestellt und organisierte die Zimmerbelegung. Weiter unterstützte das Team Dokumentation – Öffentlichkeitsarbeit – Betreuung die Übungsleitung im gleichnamigen Bereich und der Gästebetreuung.

Damit die Stäbe gut „zu tun“ hatten, mussten natürlich auch Teileinheiten simuliert werden. Vom Funkspruch, über das Fax bis zum persönlichen Termin vor Ort. Über 100 Einheiten wurden durch das Team der Übungsleitung gespielt. Die Helferinnen und Helfer kamen dazu aus mehreren THW-Landesverbänden zusammen. Neben vielen THW-Kräften war auch die Fernmeldeeinheit des Kreises Warendorf zur Unterstützung angereist.

Im Vorfeld wurde die Übung insbesondere durch den Ortsbeauftragten für Münster sowie den Leiter der Fachgruppe Führung und Kommunikation aus Wuppertal in einjähriger Vorbereitung bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Neben 79 unterschiedlichen Einsatzstellen, die das gesamte Leistungsspektrum des Technischen Hilfswerks abbildeten, wurden mehr als 400 Einspielungen im Vorfeld ausgearbeitet.

Am Ende fasste Übungsleiter Bastian Solke zusammen: „Wie so oft im THW haben wir bewiesen, dass wir auf Anhieb in den Stäben zusammenarbeiten können. Die Arbeit der Fernmeldetrupps beim Feldkabelbau war eine großartige Leistung. Es ist phänomenal was wir als Technisches Hilfswerk zusammen leisten können!“


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