22.08.2020, von Sven Giebing OV Düsseldorf

Sprengübung in Weilerswist

Weilerswist, 22.08.2020 Gemeinsame Übung der Fachgruppen Sprengen der Ortsverbände Düsseldorf, Stollberg sowie Wuppertal, mit Unterstützung durch weitere Kräfte der Ortverbände Düsseldorf und Euskirchen.

Zu den Aufgaben des THW gehört im Einsatzfall auch das Beseitigen von Gefahrenbäumen. Dabei kann nicht immer mit der Kettensäge gearbeitet werden, da dies unter Umständen zu gefährlich wäre. In diesen Fällen kommt die Fachgruppe Sprengen ins Spiel, da in diesem Fall Bäume durch Sprengladungen gefällt werden können oder Windbruch durch Sprengungen zerteilt werden kann.Um im Einsatzfall ihren Aufgaben gerecht zu werden, müssen die Sprenggehilfen und Sprengberechtigten des THW regelmäßig entsprechende Übungen durchführen.

Da es in der Vergangenheit bei Stürmen an der zweigleisigen Bahnstrecke (Eifelstrecke) in Weilerswist immer wieder zu Behinderungen des Zugverkehrs durch umgestürzte Bäume kam, plant die DB Netz AG am Bahndamm diverse Bäume zur vorbeugenden Gefahrenabwehr zu fällen. Der Fachgruppe Sprengen des Ortsverbandes Düsseldorf wurde in diesem Zusammenhang durch die DB Netz AG angeboten, einige Bäume zu Ausbildungszwecken zu sprengen.

Weil ausreichend Übungsobjekte zur Verfügung standen, wurde am 22.08.2020 in Weilerswist ab 9:30 eine gemeinsame Ausbildung der Fachgruppen Sprengen der Ortsverbände Düsseldorf und Wuppertal sowie der neuen Fachgruppe Sprengen des Ortsverbandes Stollberg durchgeführt.

Nach einer Einweisung und Sicherheitsbelehrung, wurden durch die Sprengberechtigten sechs Bäume ausgewählt, die durch unterschiedliche Methoden gesprengt werden sollten. Vor Ort wurden hierzu zwei Teams gebildet, die jeweils drei Bäume für die Sprengung vorbereiteten. Unterstützung erhielten die Fachgruppen Sprengen, durch weitere Helfer aus Bergungsgruppe und Zugtrupp des 2. Technischen Zuges des Ortsverbandes Düsseldorf. Begleitet wurde die Ausbildung durch vier Mitarbeiter der DB Netz AG und der DB Fahrwegdienste GmbH.

Um eine schnelle Räumung der Bahngleise nach der Sprengung zu gewährleisten, war auch der örtlich zuständige THW Ortverband Euskirchen mit einer Bergungsgruppe und dem Zugtrupp vor Ort. Die ortskundigen Helfer des Ortsverbandes Euskirchen organisierten auch die Absicherung des Sicherheitsbereiches und die Verpflegung der Helfer.

Eine kleine Herausforderung war der laufende Zugverkehr. Da die Strecke auch am Wochenende jeweils ca. im Halbstundentakt in beide Richtungen befahren wird, musste dies bei der Planung der Sprengung berücksichtigt werden, um den Zugverkehr nicht zu beeinträchtigen. Dabei war von Vorteil, dass die Züge beider Fahrtrichtungen sich in der Nähe der Sprengstelle planmäßig begegneten. Hierdurch ergab sich ungefähr jede halbe Stunde ein Zeitfenster von etwa 22 Minuten, in denen die Zündung der Sprengladungen und die Räumung der Bahngleise erfolgen musste. Aus diesem Grund wurde entschieden, alle sechs Bäume mit einer Zündung zu sprengen. Die Zündung muss dabei zu Beginn dieses Zeitfensters erfolgen, um genügend Zeit für die Räumung der Bahngleise zu haben, falls Bäume darauf fallen.

Noch während die letzten Vorbereitungen der Sprengung liefen, postierten sich Helfer des THW an den Wegen, die in den Sicherheitsbereich führten, um eine weiträumige Sperrung vorzubereiten.

Nach Abschluss der Vorbereitungen wurde die Sprengstelle geräumt und der Sicherheitsbereich durch die postierten THW-Helfer gesperrt. Als die Züge beider Fahrtrichtungen die Sprengstelle planmäßig passiert hatten, wurde die Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Weilerswist und Erftstadt durch die Mitarbeiter der DB Netz AG um 14:47 Uhr für den Zugverkehr gesperrt. Der Notfallmanager der DB Netz erteilte dem leitenden Sprengberechtigten anschließend die Freigabe für die Sprengung.

Nach Abfrage der Sicherungsposten, wurden um 14:49 Uhr die Sprengladungen gezündet.

Alle sechs Bäume wurden durch die Ausbildungssprengung erfolgreich gefällt. Dabei fielen jedoch einige Bäume auf die Bahngleise sowie ein Baum auf einen parallel zum Bahndamm verlaufenden Feldweg. Diese wurden durch THW-Helfer und Mitarbeiter der Bahn unter Verwendung mehrerer Kettensägen schnell von den Gleisen und vom Feldweg entfernt, so dass die Bahnstrecke schon wenige Minuten nach der Sprengung durch die Mitarbeiter der DB Netz AG wieder für den Zugverkehr freigegeben werden konnte.So konnten schon um 15:10 Uhr die nächsten planmäßigen Züge die Sprengstelle passieren und eine Beeinträchtigung des Bahnverkehrs wurde erfolgreich vermieden.

Die erfolgreiche Ausbildungsveranstaltung wurde vor Ort, nach dem Verlasten des Materials auf die Fahrzeuge, gegen 15:30 Uhr beendet und die Heimreise in die jeweiligen Ortsverbände angetreten.

Ausbildungssprengungen dieser Art tragen beim THW dazu bei, den Erfahrungsschatz der Sprenggehilfinnen und Sprenggehilfen wie auch der Sprengberechtigten zu erhöhen und so die Einsatzbereitschaft der Fachgruppe Sprengen auch zukünftig sicherzustellen. Aus diesem Grund sind auch regelmäßige Sprengungen zum Zweck der Aus- und Fortbildung für das Sprengpersonal entsprechend vorgeschrieben.

 

Bilder: Torsten, Grabau (OV Wuppertal), Pascal Klinkhammer und Sven Giebing (OV Düsseldorf)


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