10.11.2019, von Jan Phillipp Heidenreich

Fünf THW-Kräfte, vier Ortsverbände, ein Team - Das THW bei der russischen Großübung „Vector of Safety“

Unter der Leitung von Albert Wolf, Mitglied im „Team International“ und Auslandsexperte, folgte die   THW-Jugend am 10. November 2019 der Einladung des „Russian Student Corps Of Rescuers“   (VSKS/RSCOR), zu dessen diesjähriger Großübung „Vector of Safety“ in Moskau.   Das THW-Team setzte sich aus einer Helferin und vier Helfern der Ortsverbände Hannover, Bad   Oldesloe, Offenbach und Wuppertal zusammen. Trotz unterschiedlicher Auslandserfahrungen der   jungen Teilnehmenden gingen alle die Maßnahme mit großen Erwartungen und voller Tatendrang   an.

„Vector of Safety“ ist eine jährlich stattfindende Übung, die die besten, jungen Retter der russischen Katastrophenschutzorganisationen versammelt.

Zuerst werden die Teilnehmenden in einem theoretischen Teil auf die Aufgaben einer mehrtägigen, einsatznahen Übung vorbereitet, die sie danach unter eigener Leitung bestreiten müssen. Die Vorbereitungen übernehmen erfahrene Trainerinnen und Trainer, die sonst in ganz Russland Rettungspersonal ausbilden. Die Vorträge werden immer wieder durch Aufgaben unterbrochen, in denen die Teilnehmenden ihr gesammeltes Wissen erproben und hinterfragen können. Ein Schulungszentrum, außerhalb von Moskau bot in diesem Jahr dafür ausreichend Platz und stellte zeitgleich die Unterbringung und Versorgung der jungen Helferinnen und Helfer sicher. Die anschließende Übung fand auf einem Trainingsgelände der Moskauer Feuerwehr statt. Über mehrere Tage hatten Feuerwehrleute, Ausbilderinnen und Ausbilder das Gelände präpariert und die Übung vorbereitet. Einige Dutzend Jugendliche wurden als Statisten eingesetzt.

Nach der Ankunft der russischen Teilnehmenden und des deutschen Teams begann die Übung umgehend. Der Einsatzleitung zu Folge hatte ein starkes Erdbeben die fiktive Gegend in ein Chaos gestürzt, das es nun zu beherrschen galt. Die Einsatzaufträge für die Gruppen vor Ort reichten von der Verletztenversorgung und deren Abtransport, bis hin zum Abarbeiten von Verkehrsunfällen und der Suche nach Verschütteten. Nicht nur die realitätsnahen Szenarien, sondern auch die Sprachbarriere zwischen den russischen und deutschen Teilnehmenden brachte diese in knifflige Situationen. Mit Händen und Füßen, sowie auf Deutsch, Russisch und Englisch stellte sich mit der Zeit eine Kommunikation ein, die es allen erlaubte, den Einsatz erfolgreich und gemeinschaftlich zu beenden. Als ein großer Erfolg zeigte sich aber nicht nur der Austausch zwischen den Helferinnen und Helfern unterschiedlicher Nationalitäten, sondern auch die reibungslose Zusammenarbeit der THW-Kräfte untereinander. Obwohl sie sich vor der Maßnahme noch nie begegnet waren, ergänzten sich ihr überschneidender Ausbildungsstand und ihre Fachkenntnisse zu einer wirkungsvollen Einsatzgrundlage.

Außerhalb des Trainingsbetriebes führte die gastfreundliche Art der russischen Einsatzkräfte immer wieder zu einem freundschaftlichen Zusammenleben. Gegenseitiges Lehren der eigenen Sprache, Spielen bekannter Gesellschaftsspiele, oder gemeinschaftlicher Sport waren nur einige Resultate der Offenheit deutscher und russischer Teilnehmender.

Spätestens bei der Abschlussfeier wurde deutlich; Herkunft und Sprache müssen für Menschen kein Hindernis sein, wenn sie ein gemeinsames Ziel verfolgen. Die Einladung durch den „Russian Student Corps Of Rescuers“ unterstreicht den Stellenwert des THWs und der THW-Jugend auch im Ausland.

Übungen wie „Vector of Safety“ zeigen, dass Katastrophenschutz eine globale Aufgabe ist, die sich als internationales Team bewältigen lässt.


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